Bahnforum Visegrád. Eisenbahnen von der Bernsteinküste bis Pannonien

Normale Version: Was für Basaltköpfe....
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….gab es seinerzeit im niederschlesischen Rabishau, dem heutigen Rębiszów zu sehen.
Der kleine Ort liegt an der Schlesischen Gebirgsbahn zwischen den größeren Stationen Luban(Lauban) und Jelenia Góra(Hirschberg im Riesengebirge). Die Besonderheit des kleinen Ortes war und ist heute noch die 1925 errichtete Verladeanlage der Basaltwerke Rabishau G.m.b.H. Führt doch die Schlesische Gebirgsbahn direkt unter der Transportseilbahn des Basaltwerkes heute noch hindurch.

Die Verladeaktivitäten gehören schon längst der Vergangenheit an und sämtliche Bahnanlagen wurden im Zuge der Modernisierung des Bahnhofes Rębiszów dem Erdboden gleich gemacht. Letztes Jahr im Februar entdeckten wir die Verladeanlage durch Zufall und eine Erkundung der alten Industrieruine war Pflicht. Herausgekommen ist ein Bilderbogen in Schwarz - Weis mit doch recht aussagekräftigen Momenten der Anlage.

Zunächst seht ihr aber die Anzeige des Landratsamtes Hirschberg in Schlesien aus dem Jahre 1925. Die Anzeige zeigt das Werk noch mit einer Transportbahn. Später erhielt das Verladewerk noch eine zweite Transportbahn um die Verlademenge weiter zu erhöhen.
[Bild: anzeigelrhirschbergratajky.jpg]

Beginnen wir nun unseren Rundgang im Werk und begeben uns zur Zufahrt des Werkes. Zum Schluss wurde das Verladewerk mit Lkw´s bedient. Wie lange die Seilbahn überhaupt in Betrieb gewesen ist, kann ich nicht sagen.
Ehemalige Zufahrtsstraße.
[Bild: basaltwerkrabishauzuf4rkrf.jpg]

Pförtnerbude.
[Bild: basaltwerkrabishauzuf89jfz.jpg]

Schrankengegengewicht.
[Bild: basaltwerkrabishauzufq2kl4.jpg]

Linkerhand befindend sich heute noch das Wirtschaftsgebäude. Das Gebäude entspricht aber nicht mehr dem früheren Zustand. Es ist irgendwann einem Feuer zum Opfer gefallen.  
[Bild: basaltwerkrabishaubroymkb0.jpg]

Hier sehen wir links die Garagen für Lkw´s und Radlader und rechts die ehemalige Trafostation des Verladewerkes.
[Bild: basaltwerkrabishaugarqfj6n.jpg]

Blicken wir weiter nach rechts auf die Rückseite der Verladeanlage....
[Bild: basaltwerkrabishauver84kvr.jpg]

[Bild: basaltwerkrabishauveryajwe.jpg]

….und gehen dann weiter zu einem Restbetonbauwerk, welches ich ebenfalls als Verladebunker bezeichnen würde. Da bin ich mir aber nicht sicher.
[Bild: basaltwerkrabishauseifdkwu.jpg]

Hier sieht man deutlich die Rückbauspuren. Es wurde mit aller Gewalt das Altmetall geerntet....
[Bild: basaltwerkrabishausei8qjdl.jpg]

Der Blick wieder zurück zeigt die hintere Seitenansicht mit den großen Transportbahnen.
[Bild: basaltwerkrabishauverbbjqw.jpg]

[Bild: basaltwerkrabishauver2ykif.jpg]

[Bild: basaltwerkrabishauveruwj3a.jpg]

Unser Weg führt uns nun über die ehemaligen Verladegleise vorbei an der Gleiswaage mit Wiegehaus.
[Bild: basaltwerkrabishauwiejakg6.jpg]

Vor uns stehen nun die mächtigen Stützpfeiler der Transportbahn.
[Bild: basaltwerkrabishauver11jli.jpg]

Jetzt kommen wir an der Hauptverladeanlage des Werkes vorbei.
[Bild: basaltwerkrabishauveropkxv.jpg]

[Bild: basaltwerkrabishauver2tkzz.jpg]

Auch hier wurde bis zum Schluss improvisiert.
[Bild: basaltwerkrabishauveri2j08.jpg]

[Bild: basaltwerkrabishauverm6jbq.jpg]

Noch ein Blick in den Himmel....
[Bild: basaltwerkrabishauveraxky4.jpg]

….bevor wir uns wieder dem Ausgang über die ehemaligen Gleisanlagen nähern.
[Bild: basaltwerkrabishauzufwujfi.jpg]

Hier noch ein Blick Richtung Verladeanlage auf die nicht mehr vorhandenen Gleisanlagen....
[Bild: basaltwerkrabishauver9kky8.jpg]

….und in die Gegenrichtung zum Bahnhof gesehen.
[Bild: basaltwerkrabishauver41ka4.jpg]

Nun, werte Forumsmitglieder, das war heute mal ein Bericht aus Polen wo die Eisenbahn leider keine Rolle mehr spielt, aber ich denke, man kann sich gut in die Zeit zurückversetzen, als hier noch die schweren Stromdinosaurier Tag für Tag ihren Dienst verrichteten.

Besten Dank für euer Interesse und seit mir alle gegrüßt.

Jens Klose
Das sind sehr schöne und stimmige Industrieaufnahmen.
Das Turmgebäude ist das eigentliche Brecherwerk. Die Grobsteine kommen mit der Seilbahn angeschwebt, werden ausgeladen und purzeln von oben nach unten in die Brecher, die nach unten eine immer kleinere Korngröße ergeben. Je nach gewünschter Größe können die Basaltsteine dann von jeder Brecher-Ebene auf geeignete Weise in die unten bereitstehenden Wagen geschüttet oder auf sanftere Weise verbracht werden. Natürlich können die Steine auch direkt von der Verladung oder auf jeder Brecherebene zur Sonderbehandlung ausgeschleust werden. Ansonsten ab die Post zur Bahn- oder Straßenbaustelle...

Grüße astrachan
astrachan schrieb:Das sind sehr schöne und stimmige Industrieaufnahmen.
Das Turmgebäude ist das eigentliche Brecherwerk. Die Grobsteine kommen mit der Seilbahn angeschwebt, werden ausgeladen und purzeln von oben nach unten in die Brecher, die nach unten eine immer kleinere Korngröße ergeben. Je nach gewünschter Größe können die Basaltsteine dann von jeder Brecher-Ebene auf geeignete Weise in die unten bereitstehenden Wagen geschüttet oder auf sanftere Weise verbracht werden. Natürlich können die Steine auch direkt von der Verladung oder auf jeder Brecherebene zur Sonderbehandlung ausgeschleust werden. Ansonsten ab die Post zur Bahn- oder Straßenbaustelle...

Grüße astrachan

Moin Astrachan,

vielen Dank für Deine anerkennenden Worte und die Erläuterungen zur Funktionsweise der Verladeanlage.
Ich bin mir nicht sicher, ob in der Verladeanlage wirklich ein Brecherturm integriert gewesen ist. Ich habe noch alte Aufnahmen vom Steinbruch, welcher einige Kilometer von der Verladeanlage entfernt ist und dort sind noch größere Anlagen mit Vorbrecher und Hauptbrecher sowie einem riesigen Feldbahnnetz zu sehen. Leider habe ich keine Rechte zum Veröffentlichen an diesen Fotos und kann sie hier nicht zeigen.
Es bleibt also spannend um dieses einzigartige Bauwerk!

Gruß
Jens Klose
Ahoj Eisenbahnfreunde,

eine überaus interessante Industrieanlage mit Bahnanschluss.
Danke für den sehr schönen Bericht.

Die Geschichte zu diesem Werk ist äußerst spannend.
Die Basaltgewinnung in dieser Region reicht bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhundert zurück.
Im Jahre 1909 wurde der Transport des Basalt leicht modernisiert. 
Die Karren wurden mittels Kettenzug bewegt.
Im Jahre 1915 endete der Abbau. 
Im Jahr 1923 wurde dann die Seilbahn und die Anlagen zur weiteren Verarbeitung errichtet.
Während des zweiten Weltkrieges mussten englische Kriegsgefangene im Basaltbruch arbeiten.
Interessant ist, dass hier im Basaltbruch auch polnische gefangene in der Zeit von 1960 bis 1990 arbeiten mussten. Sie stammten aus der Justizvollzugsanstalt in Zaręba.
Die Basaltvorkommen gehören zu den härtesten in ganz Polen.
Der Basaltbruch war bis 1976 ein unabhängiges staatliches Unternehmen.
Danach gehörte es den staatlichen Steinbrüchen.
Am 15. Juni 1990 wurde die staatliche Basaltmine "Łużyckie Kopalnie Bazaltu" in Luban gegründet.
Ab da gehörte auch diese Basaltmine dazu.

Hier noch ein Link zu einigen historischen Bildern

Historische Bilder


Schönes Wochenende und bleibt Gesund !!
Ronny
(30.01.2021, 13:22)PKP-ST44 schrieb: [ -> ]Ahoj Eisenbahnfreunde,

eine überaus interessante Industrieanlage mit Bahnanschluss.
Danke für den sehr schönen Bericht.

Die Geschichte zu diesem Werk ist äußerst spannend.
Die Basaltgewinnung in dieser Region reicht bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhundert zurück.
Im Jahre 1909 wurde der Transport des Basalt leicht modernisiert. 
Die Karren wurden mittels Kettenzug bewegt.
Im Jahre 1915 endete der Abbau. 
Im Jahr 1923 wurde dann die Seilbahn und die Anlagen zur weiteren Verarbeitung errichtet.
Während des zweiten Weltkrieges mussten englische Kriegsgefangene im Basaltbruch arbeiten.
Interessant ist, dass hier im Basaltbruch auch polnische gefangene in der Zeit von 1960 bis 1990 arbeiten mussten. Sie stammten aus der Justizvollzugsanstalt in Zaręba.
Die Basaltvorkommen gehören zu den härtesten in ganz Polen.
Der Basaltbruch war bis 1976 ein unabhängiges staatliches Unternehmen.
Danach gehörte es den staatlichen Steinbrüchen.
Am 15. Juni 1990 wurde die staatliche Basaltmine "Łużyckie Kopalnie Bazaltu" in Luban gegründet.
Ab da gehörte auch diese Basaltmine dazu.

Hier noch ein Link zu einigen historischen Bildern

Historische Bilder


Schönes Wochenende und bleibt Gesund !!
Ronny

Moin Ronny,

vielen Dank für die ausführlichen Informationen Deinerseits zum Basaltwerk Rabishau. Es ist schon sehr interessant zu lesen, was für eine bewegte Geschichte der Steinbruch bisher hinterlassen hat, nicht nur von der technischen Seite her gesehen. 

Gruß 
Jens Klose