Kleinstaaterei in Südmähren (m. 1 Link)
#1
Guten Nachmittag werte Leser,

irgendwie kann ich mich mit der Zersplitterung der Bahnen und Verantwortlichkeiten nicht so ganz anfreunden - aber das liegt wohl am Alter. Hier ein Beitrag zu Südmähren - "Die ČD muss für die Region Südmähren einen grünen Streifen an den Zug pappen. Wegen der Fahrkarten. Ein Teil der Schalter macht dicht (wörtlich "endet").".

Auf die Reisenden in Südmähren wartet außer dem Ende des Tarifes der  ČD in Regionszügen ab 1. Januar eine weitere große Änderung auf den zwei  wesentlichen (spinal im Sinne Rückgrat?) Eisenbahnlinien S2 (Brno – Březová nad Svitavou) und S3 (Tišnov – Břeclav). Wer keine im Vorverkauf erworbenen Fahrkarten hat, sollte nur in speziell gekennzeichnete Türen einsteigen.

Die Änderung bestätigte die Sprecherin der südmährischen Region, Monika Brindzáková. In den Zügen wird ein Fahrzeug festgelegt und unter dem Dach des Fahrzeugs mit einem grünen Streifen mit der Aufschrift "Fahrkarten Info Tickets" gekennzeichnet (die Kennzeichnung wird im Inneren des Fahrzeugs ebenfalls ausgeführt), in dem der Verkauf von Fahrausweisen durchgeführt wird. Die ČD muss die Garnituren bis Ende des Jahres genau nach den Bedingungen der Region bekleben.

"In diesem Wagen wird der Schaffner sich hauptsächlich aufhalten und den Verkauf der Fahrausweise gewährleisten und Informationen geben. Wenn somit ein Reisender keine Möglichkeit hat den Fahrausweis vor Antritt der Fahrt zu beschaffen, steigt er in dieses Fahrzeug und wartet die Ankunft des Schaffners ab, der um die Fahrkarte bittet," sagte Brindzáková. In der Bahnersprache handelt es sich um den sogenannten gelenkten Einstieg der Reisenden.

Wenn er von einer Station mit geschlossenem Schalter fährt, verkauft der Schaffner die Fahrkarte ohne Aufpreis. Wenn der Schalter auf der Station geöffnet ist, zahlt der Reisende 50 Kronen. Wenn er auf den Linien S2 und S3 in einen anderen Teil des Zuges einsteigt, als in den der für den Verkauf der Fahrkarten vorgesehen ist, so wird er bei der Kontrolle als Reisender ohne gültigen Fahrausweis betrachtet mit allen sich daraus ergebenden Folgen (etwas frei). "Weil es sich um ein neu eingeführtes Konzept handelt, werden wir in der Anfangsphase den Reisenden ggüb. mit Kulanz rechnen," fügte Brindzáková hinzu.

Laut ihr leitet man die Maßnahme zwecks Einschränkung des absichtlichen Einsteigens in den Teil des Zuges ein, in den der Schaffner erst gegen Ende der Reise gelangt. "In Verbindung mit verstärkten Kontrollen durch Revisoren von KORDIS, werden ähnliche Bestrebungen einiger Reisenden ab 1. Januar 2020 eingeschränkt, weil sie beim Fangen des Reisenden außerhalb der "geschützten" Zone einen Regress in voller Höhe zahlen werden. Heute zahlt man gewöhnlich nur 40 Kronen," merkte Brindzáková an.

Laut ihr gestaltet sich darüber hinaus das Reisen für Reisende mit Fahrkarten angenehmer, sie werden weniger häufig mit Kontrollen der Fahrausweise belästigt. Reisende, welche nicht in der Lage sind sich einen Fahrausweis im Vorverkauf zu kaufen und es sich um Personen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit und Orientierung - . z.B. Rollstühle, Kinderwagen oder Fahrräder, werden weiterhin in jeden Zugteil der Züge der Linien S2 und S3 einsteigen können. Ab Januar kommt es auch zu einer weiteren Änderung, anstelle von 56 Orten, wo Fahrausweise in der Region Südmähren verkauft werden, kommt es zur Reduzierung auf 42 Verkaufsstellen. Es handelt sich um die Verkaufsstellen Adamov zastávka, Brno-Chrlice, Čebín, Hrušovany nad Jevišovkou, Hustopeče u Brna, Křenovice horní nádraží, Moravská Nová Ves, Moravské Bránice, Střelice, Valtice město und Žabčice. Die Schalter verschwinden auch von 4 Stationen, wo der Verkauf bisher von Angestellten von SŽDC gewährleistet wurde: Kobylí na Moravě, Nemotice, Rousínov und Velká nad Veličkou. Demgegenüber fordert die Region die Gewährleistung des Betriebs einer Verkaufsstelle auf der Station in Velké Pavlovice.

Laut Brindzákové ändern sich die Präferenzen und Kaufgewohnheiten der Reisenden, die statt dem Verbringen von Zeit am Schalter immer häufiger moderne Vertriebswege bevorzugen, somit z.B. den e-shop oder Apps. "Mit Blick auf das ordnungsgemäße Wirtschaften mit den finanziellen Mitteln und ihrer rationellen Verwendung ist es nicht möglich den Umfang der befestigten Verkaufsstellen auf dem historischen - bestehenden - Niveau  aufrecht zu erhalten und gleichzeitig alternative Verkaufswege für Fahrausweise zu entwickeln und zu betreiben," fügte Brindzáková hinzu. Die Region bereitet zur App Poseidon auch einen eigenen e-shop auf. Bisher ist aber nicht klar, ob die Reisenden auch die Möglichkeit haben werden, sich auch über die App Můj vlak der ČD eine Fahrkarte zu kaufen. Sicher ist, dass der Einkauf über die südmährische App Poseidon möglich sein wird. Diese hat aber unter den Anwendern eine ziemlich negative Bewertung: in Google Play hat sie eine Bewertung von 2,6 von 5 möglichen, Můj vlak 4,5.


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Grüße vom

Prellbock
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#2
Guten Abend,

wenn ich das so lese, dann - ja dann - wird mir einfach nur schlecht. Wir sollten uns schnell von der unkomplizierten tschechischen Eisenbahn verabschieden. Sie wird im Dezember 2019 zu Grabe getragen. Das Vorgesehene ist an Kompliziertheit und Kundenunfreundlichkeit kaum zu übertreffen. Die Autobauer in Mladá Boleslav wird es dagegen freuen, viele neue Kunden empfangen zu dürfen. Ich werde jedenfalls den Grünstrichwagen nicht suchen.

Ahoj
brejlovec750
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